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Di. 26. Apr. 2011, 08:20

Ein Appell an die Politiker

Ich bin vor ca. 2 Jahren verreist, ich muss mit bedauern festellen, wie in meiner Heimat Steiermark, wo ich in absehbarer Zeit zurückkehren werde, welchen Rückschritt die Steirer mit Einschränkung erdulden müssen, da das Finanzpaket geschnürt wird.

Das Behindertengesetz verschlechtert sich von Tag zu Tag und pararell dazu wird immer departiert wie alles besser wird, im Gegenteil ich ich nehme keine Verbesserung wahr sondern nur Schlechtes wie in Kriegszeiten.

Nach dem Motto; Heim

In Wien gibt es folgende Modelle zur Persönlichen Assistenz

die ich sehr begrüße.

1. Dass man die Dienstleistungen über einen Verein abwickeln kann inklusive Verrechnung

2. Ein Mischmodell

das heisst, der Kunde kann es sich aussuchen in welcher Form er die Dienstleisungen in Anspruch nehmen möchte. Er sucht sich die Assistentinnen selbst (über Zeitungen, Internet, etc.) und macht die Koordinationsarbeit selbstständig. Arbeitet man im Mischmodell kann man auch, wenn die eigenen Assitentinnen ausfallen sich an einen Verein wenden und Assistentinnen ausleihen.

3. Dienstgebermodell

das funktioniert folgendermaßen: man agiert als DienstgeberIn, stellt die Assistentinnen selbst bei sich an, ist aber verantwortlich für die ganzen Lohnnebenkosten, Abrechnungen der Löhne, es schaut nur ein Steuerbüro drüber, alles weitere erledigt man selbstständig.

Für mich war es am Anfang kompliziert, Es ist schon klar, wenn man wo neu hinkommt ist alles rund herum nicht so einfach, aber wenn man sich bemüht das Neue kennenzulernen und anzunehmen, funktioniert das wunderbar. Ich persönlich habe mich für das Dienstgebermodell entschieden und habe die Leute bei mir selbst angestellt und ich agiere selbstständig inklusive Abrechnung und alles was dazu gehört (so eine richtige Teamführung). So genieße ich das Leben in vollen Zügen, wie wenn ich gehen könnte. Das nenne ich einfach Lebensqualität.

Für ein selbstständiges Leben führen zu können, ist schon klar, braucht man natürlich ausreichend monatliches Geld. Natürlich muss vorher eine Bedarfserhebung gemacht werden um feststellen zu können wie der individuelle Bedarf für jeden aussieht. Sollte es aus irgendwelchen Grüden nicht schaffen so selbstständigt zu agieren, muss es ausreichend Beratungsstellen für betroffene Personen geben, die für Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Es ist mir klar, die persönliche Assistent kostet einfach, aber mich interessiert es nicht, so wie es in der Steiermark zur Zeit üblich ist, Freizeit- und Wohnassistenz inklusive Familienentlastung, ganz im Gegenteil, das verwirrt die Leute nur. Ich bin dafür und ich werde mich insbesonder dafür einsetzen, dass auch in der Steiermark ein bundeseinheitliches Gesetz kommt, das heisst persönliche Assistenz für alle (keiner wird ausgeschlossen), alle profitieren davon und weg von den Institutionen, raus in die Freiheit und das Leben in vollen zügen genießen, ohne dass man mit der Stopuhr bei seinem Dienstort steht und schon wieder zum nächsten fahren sollte.

Ich weiß, das Geld ist vorhanden und muss dafür frei gegeben werden. Was brauchen die Politiker tausend Sekretäre, tausend Dienstfahrzeuge, tausend Chauffeure, lauter unnötiges Zeug, was überhaupt nicht zum Überleben notwendig ist. Ansonsten lade ich jeden Politiker höchst persönlich ein, mit mir 14 Tage mitzugehen und einmal vorort zu erleben wie mein Leben aussieht und was passiert, wenn ich mir keine Person mehr leisten kann, denn dann muss ich im Dreck versauern und das finde ich ist laut EU Recht Menschen unwürdig. Ich kann mich erinnern, seinerzeit war es noch halbwegs lebenswert in der Steiermark, nur in den letzten Monaten wird nur mehr diskutiert und diskutiert. Das ist alles vergeudete Zeit, es muss nicht diskutiert werden, sondern gehandelt. Das ist mir schon klar, das Politiker keinen Tau haben, was Leute mit Einschränkung nötig haben, aber da bin ich der Meinung man muss sich mit dem betroffenen Personenkreis unterhalten um ausreichende Informationen über ihren Bedarf und Wünsche zu erhalten. Und dann nicht erst in 10 oder 20 Jahren danach handeln, sondern in der Gegenwart.