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Mi. 15. Nov. 2017, 13:28

Fachtagung "Wege zum selbstbestmmten Leben"

Die Vertreter des Landes nahmen wie folgt Stellung:

Frau Dr. Renate Pilz, Land Oberösterreich, Abteilung Soziales:

Das Land Oberösterreich bemüht sich um den Abbau von Großeinrichtungen. Die Umsetzung wird ermöglicht durch

- Schaffung von teilbetreuten Wohnungsplätzen.

- Eine neue Möglichkeit ist das begleitete Wohnen. Dies ist ein Mittel zwischen Voll- und Teilbetreuung.

- Unterstützungsleistungen wie mobile Wohnbetreuung und persönliche Assistenz werden ausgebaut

- Zusätzlich wurde eine neue Plattform für KUZUs (Kurzzeitunterbringungen) installiert. Diese Plattform ermöglicht es sich selbst zu informieren, wo freie Plätze zur Verfügung stehen.

Frau Mag. Regina Geiger, Land Steiermark, Fachabteilung Soziales und Arbeit:

Das Land Steiermark bietet Ressort-Angebote und personenzentriertes Arbeiten zum Thema Sensibilisierung für Menschen mit und ohne Behinderung in allen Zuständigkeitsbereichen.

- laut Aktionsplan: Bildung, Kultur, Sport und Wirtschaft

- die Selbstbestimmung steht in den nächsten Jahren im Fokus

- das Land möchte den Menschen mit Behinderung mittels Arbeitsgruppen in ihrem Entwicklungsprozess begleiten und integrieren

konkrete Ausführungen zur Realisierung fehlten dem Beitrag.

Herr Robert Bacher, Fonds Soziales Wien:

Laut Herrn Bacher ist selbstbestimmt Leben eine Selbstverständlichkeit, die gefordert werden muss. Gesucht werden vermehrt Wege vom Voll- zum Teilzeitbetreuten Wohnen. Dazu gibt es neue Modelle:

- Garconniere-Verbünde

- Wohnverbände für Menschen mit und ohne Behinderung

- gemischte Schnupper-Wohngemeinschaften zum trainieren

- 5-Jahres-Pläne mit Projekten zur Selbstbestimmung und Selbstverwaltung

Aus europäischer Sicht referierte Herr Franz Wolfmayr, Präsident des EASPD (Europäische Dachverband von Dienstleistungsanbietern für Personen mit Behinderung) – Sitz in Brüssel:

- Der EASPD ist ein Dachverband mit 34 europäischen Mitgliederstaaten und 18000 Dienstleistungsorganisationen

- Kernbereiche: Arbeit und Beschäftigung, Bildung, selbstständiges Leben

- Herr Wolfmayr erzählt von Mitgliederstaaten, die mittlerweile weder Großeinrichtungen, noch größere Wohngruppen beheimatet. Diese konnten laut seinen Ausführungen bereits seit Jahren aufgelöst, und durch Unterstützungshilfen im Bereich selbstständig Leben ersetzt werden.

- Jeder Mensch hat das Recht auf Selbstbestimmung und Selbständigkeit

- Soziale Inklusion ist nur möglich durch Deinstitutionalisierung

- Man soll sich dort wohlfühlen wo man wohnt, wenn möglich gemeindenah.

- Soziales Modell: „Behinderung hat man nicht, behindert wird man“

- Bund, Länder und Gemeinden sind gefordert um eine Deinstitutionalisierung zu ermöglichen und Barrieren abzubauen.

- Finanzierung - derzeit: Behörden –> Anbieter -> Kunden

- Forderung: Behörden -> Kunden -> Anbieter

- Aus diesem Grund sind die Dienstleistungsorganisationen um Weiterentwicklung ihrer Angebote gefordert.

-

Kritische Stimmen aus dem Publikum weisen auf die derzeit schlechten politischen Aussichten hin. Es gebe viele Versprechen, ohne Daten und Fakten.

Deinstitutionalisierung erfordert Möglichkeiten wo Menschen mit Behinderung die Chance bekommen selbstständig zu leben und zu arbeiten. Wohin?

Arbeitskreise: In unterschiedlichen Arbeitskreisen berichteten Menschen mit Behinderung, wie sie den Weg ins selbstbestimmte leben geschafft haben. Dies zeigt auf, dass es teilweise bereits Wege gibt, vorausgesetzt die Rahmenbedingungen sind gegeben.